Interview for TAZ: “Dinosaurier mögen Konservative Formate”

(…) wie Grada Kilomba den Kulturbetrieb auffrischt. “Dinosaurier, wie ich diese großen Museen, Theater und Kunstakademien nenne, (…) sind sehr an konservative und klassische Arbeiten oder Formate gewöhnt. Dann entdecken sie auf einmal, dass sie eine andere Welt haben können mit einem anderem Publikum und anderer Kunst. Und dann sieht man, dass man eine Grenze übertritt.


Taz: Was lernen die “Dinosaurier” dabei?
GK: Diese Institutionen lernen mit einem neuen Publikum auch ein neues Wissen kennen. Sie werden mit Perspektiven konfrontiert, die sie vorher nicht hatten. Und so verändert man Gesellschaft. Man besetzt und Transformiert Räume, die sich nie damit auseinandersetzen mussten
.

TAZ: Dafür, dass ihre Themen recht hart sind, wirkt ihre Performance freundlich und ruhig. Sie lesen Texte vor, zeigen Videos und integrieren mit dem Publikum.
GK: Ich bin eine sanfte Person. Ich arbeite gerne mit diesem Widerspruch. Meine Arbeit ist kein Kampf, sondern mehr eine Würdigung. Ich bemühe mich nicht, gehört oder verstand zu werden. Und die, die zuhören wollen, können das gern tun. Ich kämpfe nicht mit dem Publikum. Oder schreie, um gehört und verstand zu werden.

Interview with Grada Kilomba by Marion Bergmann (Germany, 6.April 2016)

 

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